Autopoietisches Theater

Antonin Artaud |

Das Theater ist der Zustand, der Raum, der Ausgangspunkt, in und an dem wir uns der menschlichen Anatomie bewusst werden können; mit der menschlichen Anatomie kann das Leben heilen und seine Richtung finden.

Augusto Boal |

Was für ein Theater? (…) – die Vergangenheit wieder und die Zukunft neu zu erfinden. Darin ruht die immense Kraft, die unserem Theater inne wohnt. Das ist das Theater, das mich fasziniert, und die Methode, die ich über die letzten 25 Jahre entwickelt und erforscht habe…

PHILOSOPHIE

Die menschliche ,Anatomie‘ verstehen und sich aus ihrem Verständnis heraus neu zu erfinden…..seine Geschichte neu zu entdecken und aufgrund der Bewegung dieser Entdeckung eine neue Richtung zu finden…….

Das ist das Autopoietische Theater, ein Theater, welches allen Menschen offen steht und auf spielerische, humorvolle und liebevolle Weise die kreativen, schöpferischen Talente und Stärken jedes Menschen zugänglich macht.

Im schöpferischen Raum des Theaterlabors kann eine ,Entdeckung des Selbstverständlichen‘ passieren, wird mittels künstlerischem (ästhetischem) Denken, unsere Wahrnehmungsmöglichkeit verfeinert, was zu bewussterem Handeln im Alltag führen könnte.

Erst wenn wir bewusst wahrnehmen was wir tun und wer wir sind, können wir den Weg finden, der uns zu einem Tun, was wir wirklich wollen, führen kann, einem Tun, das uns unseren Träumen näher bringt.

Autopoietisches Theater ist Essentielles Theater, es umfasst alle Lebensbereiche und kennt keine Trennung zwischen Künstler_innen und Nicht-Künstler_innen. Es erkennt das schöpferische Potential jedes Menschen an und fördert seine Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Wurzeln des Autopoietischen Theaters liegen im lateinamerikanischen Volkstheater der 1960er Jahre, der emanzipatorischen Körperarbeit (u.a. von Moshé Feldenkrais) und der Ritualsarbeit.

Die Arbeit im Autopoietischen Theaterlabor ist kontextorientiert (d.h. sie richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer_innen im Labor), prozessorientiert (d.h. der Ausgang ist offen, es kann, muss aber nicht zu Präsentationen des künstlerischen Prozesses geben) und findet in einer Gruppe statt.

Die Gruppe entscheidet sich für die Wahl der künstlerischen Mittel und ihrer Umsetzung.Körperarbeit ist essentieller Bestandteil der Theaterarbeit. Alle im Labor angebotenen Übungen und Spiele verstehen sich als Einladung ohne Zwang.

Gearbeitet wird in freundlicher Atmosphäre, mit vielen kurzen Pausen – es darf gelacht werden!

Unter Abwesenheit von Bewertungen, wie richtig und falsch, kommt es zur Annäherung an Hier und Jetzt und zu dem, was daraus entstehen mag.

Keine laufende Gruppe.

Note: Autopoiese ist ein Begriff aus der Biologie (Francisco Varela und Humberto Maturana) und bezeichnet die Fähigkeit eines jeden Organismus sich ohne Intervention von außen, mittels eigener Ressourcen aus sich selbst heraus, neu zu erschaffen. Das Autopoietische Theater spricht die selbst-schöpferischen Kräfte eines jeden Menschen an.